Schiffsfonds kränkeln
In den 90er Jahren und auch nach der Jahrtausendwende hatten die Schiffsfonds großen Zuwachs und konnten sehr gute Renditen pro Jahr ausweisen. Doch damit ist jetzt Schluss und viele Schiffsfonds müssen um ihre Existenz bangen. Doch warum?
Die Schiffsfonds leben in erster Linie von den Einnahmen ihrer Schiffe, das ist klar. Diese Einnahmen kommen durch die Charterverträge zustande, also von Verträgen zwischen den Fondsgesellschaften und Unternehmen, welche ihre Güter mit Hilfe der Schiffe auf andere Kontinente transportieren wollen. Nun werden diese Charterverträge über länger Zeiträume vereinbart, so dass die Fonds mit konstanten Einnahmen rechnen können. Je häufiger die Schiffe bestellt wurden, umso höher waren die Charterraten, also auch die Einnahmen der Schiffsfonds.
Aufgrund der wirtschaftlichen Situation ist die Nachfrage nach dem Transport von Gütern stark gesunken, so dass weniger Schiffe angefordert und weniger Verträge geschlossenen werden. Das hat letztlich zur Folge, dass die Fonds weniger Einnahmen haben. Handelt es sich dann noch um eine kleine Gesellschaft, die nur über ein oder zwei Schiffe verfügt, kann sie nicht lange überleben ohne neue Transportaufträge. Genau das ist aber schon vereinzelt vorgekommen und wird sich bei andauernder Krise noch wiederholen.
Für Anleger ist es im Moment also ein deutlich schlechter Zeitpunkt, um sich an Schiffen zu beteiligen. Erst wenn die Weltkonjunktur soweit angestiegen ist, dass die Nachfrage nach Gütern zum Transport zunimmt, dann werden auch die Schiffsfonds wieder über gute Einnahmen berichten können. Bis dahin ist von den meisten Investments in Schiffsfonds abzuraten. Andere Arten von Investmentfonds zu kaufen wäre eine Alternative.